Egregyer Museum

Die Funde der Ausstellung des seit Oktober 2015 fungierenden und neulich in Egregy errichteten Museums greifen eine lange Zeit auf: die Ausstellung beginnt ab 6000 v.Ch. und dauert bis zum Mittelalter.

Von den dreizehn Vitrinen stellt der erste Schaukasten die Jungsteinzeit vor, die ersten Ansiedler erschienen nämlich anhand der Dokumente zu dieser Zeit, das heißt, im VI. Jahrhundert vor Christus in Egregy. Davon zeugen die offengelegten und aus Stein angefertigten Werkzeuge sowie Keramikfragmente.

Wenn wir ein paar Schritte vor den Funden der Bronze-, der frühen, der mittleren sowie der späten Eisenzeit tun, gelangen wir zur Römerzeit, wovon fünf Vitrinen zeugen.

Die aus dem Schlamm des Hévízer offengelegten Münzen bezeugen: der See wurde von den Römern schon vor zweitausend Jahren nicht nur zu industriellen Zwecken, sondern auch als Thermalsee genutzt. Außerdem haben wir die Möglichkeit, die römische Architektur, die verwendeten Baumaterialien kennen zu lernen, sowie Altarsteine zu bewundern.

In einem separaten Raum können sich die Interessenten die rekonstruierten Bilder römischer Villen – darunter auch die der sich neben dem Museum befindenden Villa Rustica ansehen. Derartige Gebäudekomplexe bekamen zur Römerzeit Soldaten, die altersbedingt von der Armee ausgemustert und entlassen wurden, als adliges Gut. Auf dem Egregyer Grundriss sind die Tragpfeiler eines römischen Warmwasserbades und ein Mithras-Altar aus einer späteren Zeit zu entdecken. In den Vitrinen erzählen Mosaikstücke, Fensterglasfragmente, zwei Kupferfiguren und eine – an sich einzigartige – winzige Rehfigur über die Vergangenheit. Einige Fachleute meinen, dass sie das Spielzeug eines der Patrizienkinder war, das in der Villenwirtschaft lebte. Die Figur wurde in der späten Kaiserzeit anhand eines Musters aus Bronze gegossen. Andere behaupten, dass es sich um ein Totemtier handelt, das in ein Grab gelegt wurde.

Exhibition area_2Von der Zeit der Völkerwanderung zeugen Gürtelschnalle, Schmuckstücke und Keramiken, und wir können uns auch das Skelett einer Hexe aus dem IX. Jahrhundert anschauen. Eine der besonderen Erscheinungen der auf dem Hévízer Hügel offengelegten Siedlung aus der Zeit der Völkerwanderung ist die in ein Haus begrabene 20-30-jährige Frau, vor der sich die Dorfgemeinschaft mit großer Wahrscheinlichkeit gefürchtet hat. Das belegt, dass nachdem der sich in einer ungewöhnlichen Position befindenden Körper auf dem Boden platziert worden war – beide Arme waren eingeknickt, die Beine befanden sich in einer Grätschstellung -  wurde das Haus der Frau abgerissen und mit Erde bedeckt. Die Experten vermuten, dass die Frau zum Opfer von Praktiken gegen Vampirismus wurde.

Das Egeregyer Museum ist von Montag bis Samstag im Zeitraum von 10.00-18.00 Uhr geöffnet.